Eine Alpenüberquerung auf dem E5

Wir haben es geschafft - nach eigener Planung und bei überwiegend gutem Wetter haben wir die Alpenüberquerung auf dem europäischen Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Meran geschafft. 
Nach unserem komoot-track-Log sind wir in 6 Tagen  in den Allgäuer-, den Lechtaler- und den Ötztaler Alpen ca. 105 Kilometer gegangen um dann am 6 Tag den Alpenhauptkamm bei der Similaunhütte in Richtung Südtirol zu überschreiten.
Unser Beine haben uns dabei ohne Blessuren rund 5.920 Höhenmeter bergauf und ungefähr 7.460 Höhenmeter bergab getragen.

 

Die erste Etappe von Oberstdorf zur Kemptner Hütte

Schon vor der eingestellten Weckzeit sind wir  drei morgens schon um 4:30 Uhr wach. Eine schnelle Tasse Kaffee, ein letztes Mal die Packliste durchgegangen und wir machen uns auf den Weg durch das noch dunkle und stille Meitingen. Unser Zug fährt pünktlich  um 6:21 Uhr in Richtung Augsburg ab. 
Aufgepackt mit schweren Rucksäcken, Wanderstöcken,  Outdoor-Kleidung und festem Schuhwerk fallen wir zwischen den morgendlichen Arbeitsplatz-Pendlern sichtlich auf. In Augsburg steigen wir in einen Regionalexpress um, der uns ohne weitere Umstiege direkt nach Oberstdorf bringt.

Wie in den letzten Tagen vom DAV-Berg-Wetterbericht angekündigt, hängen die Wolken tief und trüb über dem Voralpenland.  In Oberstdorf angekommen, machen wir uns zielstrebig auf den Weg Richtung Spielmannsau; nicht ohne zuvor eine von Matthias sehr geliebte Leberkäs-Semmel  vom örtlichen Metzger zu verspeisen.  Trotz einzelner Regentropfen sind wir zuversichtlich; können aber noch nicht ahnen, was uns an diesem Tag noch alles erwarten wird.


Vorbei an der Talstation der Nebelhornbahn und der Oybele-Halle geht es entlang der Trettach auf einem Fahr- und Wanderweg bis nach Spielmannsau.

Da das Wetter für den "normalen" Tages-Wanderer wohl zu schlecht ist, scheinen sich hier nur die E5-Wanderer zu treffen. Ob allein, als Team oder geführte Gruppe - alle blicken in die fast bis ins Tal reichenden, dunkelgrauen Wolken und mutmaßen, wie das Wetter wohl bis zum Eintreffen auf der Kemptner Hütte sein wird?

 

Nach kurzer Rast und Abstand zu einer geführten Wandergruppe machen wir uns auf den Weg. Wir gewinnen an Höhe und schon bald müssen wir unsere noch kurzfristig gekauften Regenponchos auspacken.

Der wohl oft begangene Weg zur Kemptener Hütte führt über durch üppiges Grün, steile Pfade und Treppen stetig nach oben.

Durch den Sperrbachtobel und einer Rast an der Wallfahrtskapelle Maria am Knie steigen wir weiter auf.

Wir queren das erste Alt-Schneefeld und fühlen uns schon wie Bergsteiger. Das uns noch ganz andere Herausforderungen erwarten, kommt uns nicht in den Sinn.

Mit zunehmender Höhe wird auch der Regen stärker. Aus kleinen Rinnsalen werden Sturzbäche, die wir queren müssen. Den ersten, auf das Wetter wohl unvorbereiteten Tourengeher, machen die Bedingungen schon zu schaffen.
Wir beobachten, wie eine Wanderin, wie zu einer Salzsäule erstarrt, mitten am Seil gesicherten Weg unter dem herabstürzenden Wasser stehen bleibt. 
Ein anderer, uns folgender Wanderer drängt sich an uns vorbei und schiebt die Wanderin beherzt nach vorne.

Gegen 16 Uhr erreichen wir die schon gut besuchte Kemptner Hütte.
Als zentrale Anlaufstelle für eine Vielzahl von Touren drängen sich  hier wohl 150 oder mehr Wanderer. Alle versuchen Ihre Ausrüstung trocken zu bekommen; doch das bleibt wohl ein aussichtsloses Unterfangen.

Wir beziehen unser schon weit im voraus reserviertes Mehrbett-Nachtlager und verbringen einen unterhaltsamen Abend mit einem Wanderer aus Berlin und zwei Wander-Schwestern aus München.
Thema des Abends: Die Verkehrsituation in Berlin und München.


Unser Tag

Da wir mit schlechtem Wetter gerechnet und mit unserer Ausrüstung gut vorbereitet waren, blieb unsere Stimmung weiter gut. 

Auch die frühzeitige Planung und Reservierung unserer Hütten-Schlafplätze macht sich bezahlt, müssen wir doch nicht um einen Schlafplatz bangen oder im zugigen, kalten Notquartier die Nacht verbringen.

Unsere Komoot-Navigation hat für diesen Tag aufgezeichnet:

Strecke: 15,4 km
Aufstieg: 1.400 Höhenmeter
Abstieg:  410 Höhenmeter



3.Tag

Mittwoch, 14.08.2018

von der Memminger Hütte zum Venet bei Zams

1.Abschnitt (früh starten)
von der Memminger Hütte bis zur Talstation der Venetbahn (letzte Bergfahrt 16:30 Uhr
ca. 7 Stunden, 15 km,  360 HM bergauf, 1820 HM bergab

 

2.Abschnitt
mit der Venetbahn bis zur Mittelstation, Weg zur Skihütte Zams, ca. 20 Minuten, 1 km,  80 HM bergauf

Übernachtung vom 14.08. auf 15.08.2019 auf der Skihütte Zams (gebucht, bestätigt)

4.Tag

Donnerstag, 15.08.2018

vom Venet/Skihütte Zams zur Braunschweiger Hütte

1.Abschnitt
von der Skihütte Zams über den Venet zur Bushaltestelle am Hotel Pitztaler Hof in Wenns, ca. 6 Stunden, 14,5 km, 770 HM bergauf, 1510 HM bergab

 

Transfer (ca. 1 Stunde) mit dem Postbus von Wenns bis nach Mittelberg, Talstgation Gletscherbahn

 

2.Abschnitt
Von Mittelberg auf die Braunschweiger Hütte,
ca. 3 Stunden, 5,5 km,  990 HM bergauf,

Übernachtung vom 15.08. auf 16.08.2019 auf der Braunschweiger Hütte (gebucht)



5.Tag

Freitag, 16.08.2018

von der Braunschweiger Hütte nach Vent und weiter zur Martin-Busch-Hütte

1. Abschnitt
von der Braunschweiger Hütte bis zur Bushaltestelle am Rettenbachgletscher

ca. 1:30 Stunden, 3 Km 230 HM rauf, 310 HM runter

 

Mit dem Bus durch den Rosi-Mittermeier-Tunnel zum Tiefenbachferner (ca. 3,4 km Busfahrt)

 

2. Abschnitt

Vom Tiefenbachferner nach Ventl und zur Martin Busch-Hütte

ca, 6:30 Stunden, 630 HM rauf, 930 HM runter

Übernachtung vom 16.08. auf 17.08.2019 in der Martin Busch Hütte gebucht

6.Tag

Samstag, 17.08.2018

von der Martin-Busch-Hütte über die Ötzi-Fundstelle nach Vernagt (Meran)

Von der Martin-Busch-Hütte über die Fundstelle des Ötzis und das Denkmal zum Stausee

ca. 6 Stunden, 680 HM rauf, 1.480 HM runter

 

Ab Vernagt mit dem Bus Linie 261 nach Meran (Hauptbahnhof)

 

Ab Hauptbahnhof Meran zur Unterkunft
ca. 10 Minuten

Übernachtung vom 17.08. bis 19.08.2019 in Meran (gebucht)



7.Tag

Sonntag, 18.08.2019

Erholung und Sightseeing in Meran

8.Tag

Montag 19.08.2019
Heimfahrt mit dem Zug von Meran nach Meitingen